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Omar Sosa Trio

Do., 27. Juli 2006
19:30

Omar SosaMan darf ihn ungestraft einen der besten Pianisten Kubas nennen. Geboren und aufgewachsen in Camaguey in Zentral-Kuba, studiert Omar Sosa einige Jahre Perkussionsinstrumente an der herausragenden Escuela Nacional de Musica in Havanna. Eigentlich sollte es die Marimba werden – doch mangels eines Instrumentes konzentriert er sich auf das Piano. Und Sosa nimmt alles mit, was er kriegen kann, von afro-kubanischer Folklore über europäische Klassik bis zu amerikanischem Jazz. 1993, geht er für einige Jahre nach Ecuador, in eine Region, die besonders für ein afrikanisches Instrument bekannt ist – die Marimba. Er wird erstmals auch als Produzent tätig und leitet nebenbei
sein Jazz-Ensemble Entrenoz. Sosa tourt in Afrika, Europa und Lateinamerika und erweitert ständig seinen musikalischen Horizont, auch sein musikalisches Vokabular. 1995 landet er
in San Francisco, wo die Latin-Szene ein ewiger Pool an Kreativität ist, aktuell lebt Sosa in der Stadt mit einer der interessantesten Musikszene Europas: Barcelona.

Sein erstes Album in Amerika, „Omar Omar“, erscheint 1997 und zeigt einen hochgradig virtuosen, ausgereiften Pianisten, der in geschicktester Weise seine vielfältige musikalische Sozialisation einbindet. Ob solo, im großen Ensemble oder gar im Sinfonie-Orchester: Omar Sosa überzeugt als Musiker, Komponist und Arrangeur, und er erreicht sogar mit Piano-Solo-Alben Charts-Positionen, Verkaufs-Charts, wohlgemerkt. Für „Sentir“ gewann der Pianist gar einen Grammy. Einer seiner Lehrer in Kuba war der inzwischen verstorbene Buena-Vista-Social-Club-Pianist Ruben Gonzalez. Neben Thelonious Monk (Sosas Sohn heißt Lonious…), Chopin und McCoy Tyner gehört auch Keith Jarrett zu Sosas Vorbildern, und nicht selten kann man es hören.

Es spielen
Omar Sosa (p)
Angár Diaz (perc)
Childo Tomas (e-b)

Veranstaltungsort: Palmengarten

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Black Sea Trio

Do., 13. Juli 2006
19:30

Black Sea TrioSeit Mitte der 90er Jahre ist er musikalisch zu spüren, ein frischer Ostwind, der Begegnungen mit den Traditionen Osteuropas und des Balkans, für Musiker wie Publikum gleichermaßen bereichernd, durch die Jazzszene weht.

Besonders im Black Sea Trio vereinen sich nicht nur drei der besten Musiker Osteuropas, sondern auch verschiedene Stile von Folklore und Jazz. Meditative Klänge des Balkans wechseln sich ab mit raffinierten Soli und knackigen Grooves bis hin zu Deep-Purple-Zitaten. Hochkomplexe und zugleich spontane Musik – gleich einer Konversation, die bei der Sache bleibt und niemals in Belanglosigkeit ausfranst – ohne Manierismen und immer spannend.

Gitarrist Enver Izmailov, in Usbekistan aufgewachsener Tatar, zaubert mit seiner faszinierenden 10-Finger-„Tapping“-Technik Unglaubliches auf der Gitarre. Bei ihm wird die Gitarre zum Orchester, klingt mal wie ein europäisches Cembalo oder eine türkische Saz.

Anatoly Vapirov ist vor allem durch sein emotional-sinnliches und episches Spiel in der Jazz-Avantgarde der ehemaligen Sowjetunion ein Begriff. Er war der führende Saxophonist und einer der wichtigsten Komponisten der zeitgenössischen Jazzszene von Leningrad/St. Petersburg. Zusammen mit dem Perkussionisten und Filigranvirtuosen Kornel Horvath aus Ungarn wärmen sie keine Klischees auf, veranstalten keine Improvisationsringelreihen, sondern vertrauen – sensibel aufeinander hörend – einfach auf den großen musikalischen Fluss. „Der überschwängliche Jubel bulgarischer Hochzeitsmusik“, schrieb Volker Kriegel in der FAZ, „der klagende Blues des wilden Ostens, ländliche Hirtenlieder, der Sound der E-Gitarre und furios dahinjagende Rhythmen verschmelzen die Ausnahmemusikanten zu einer einzigartigen, rauschhaften Musik jenseits aller Fusionklischees…“

Es spielen
Enver Izmailov (g)
Anatoly Vapirov (saxes)
Kornel Horvath (perc)

Veranstaltungsort: Palmengarten

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Janusz M. Stefanski: JazzArt in Concert

Do., 29. Juni 2006
19:30

januszDer sogenannte „Frankfurter Abend“ des Jazz im Palmengarten gehört einem Geburtstagskind – Janusz Maria Stefanski; am 15. Juni wird er 60.

Stefanski studierte Klavier und Schlagzeug an der Staatlichen Musikhochschule Krakau und gehörte ab 1968 dem legendären Tomasz Stanko-Quintett an, später dem Ensemble von Czeslaw Niemens Band Enigmatic. Anfang der 70er Jahre stieß er zur Free Jazz-Band Free Sound Hans Kollers. Nach Verhängung des Kriegszustandes in Polen im Jahre 1981 blieb Stefanski nach einer Tournee im Westen und siedelte sich – wir danken es ihm – in Frankfurt an. Hier gründete er mit ebenfalls emigrierten Kollegen das Polski Jazz Ensemble. Seit den 90er Jahren spielte er im Quartett von Emil Mangelsdorff und gründete ein eigenes Trio mit Jürgen Wuchner und Matthias Schubert. 2003 wurde dem Dozenten der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt der Hessische Jazzpreis verliehen.

Und für sein Jubiläumskonzert, 2006 ist zudem Stefanskis 40. Bühnenjahr, hat er sich sein „JazzArt“ Projekt mit ‚alten’ Freunden aus der „Frankfurter Szene“ und großen Meistern ihres Fachs, mit Tony Lakatos, Adam Pieronczyk, Rainer Böhm (Jazzpreisträger der Städte Nürnberg und Montreux), Manfred Bründl und Jürgen Wuchner, neu, interessant und vor allem exquisit zusammengestellt – etliche Kompositionen entstehen neu für dieses gewiss mehr als dynamische Konzert.

Es spielen
Tony Lakatos (ts)
Adam Pieronczyk (ts)
Rainer Böhm (p)
Manfred Bründl (b)
Jürgen Wuchner (b)
Janusz M. Stefanski (dr)

Veranstaltungsort: Palmengarten