Trio Lézarde feat Tülay Yongaci – Nazim Hikmet Poetry

EXTRA

Einen politischen Romantiker nannte man den berühmten türkischen Dichter Nazim Hikmet. Er erneuerte ab den 30er Jahren die türkische Lyrik in Sprache und Inhalt, anknüpfend an die osmanische Literatur und die orientalische Erzähltradition. Diese Sprache ist gekennzeichnet von einer hohen Musikalität und einer besonderen Rhythmik. Das trio lézarde jazz lässt sich von dieser Sprache zu neuen Kompositionen inspirieren, die auf ihrem europäisch geprägten Hintergrund von Jazz und neuer Musik in neue Welten führen. Unterstützt werden sie dabei von der Schau­spielerin Tülay Yongaci, so dass die gelesenen wie gesungenen Texte sowohl im türkischen Original als auch in Übersetzungen erklingen werden, in enger Korrespondenz mit der Musik euro­päischer und orientalischer Traditionen.

In der Romanfabrik | Hanauer Landstraße 186 | 60314 Frankfurt | Telefon 069. 4 94 09 02

Es spielen
Meike Goosmann (ss, bcl); Anka Hirsch (vcl, e-cello); Elvira Plenar (p); Tülay Yongaci (voc)
Eintritt € 15,– / 12,– [erm. u. JIF-Mitgl.]
In Zusammenarbeit mit der Romanfabrik

Manfred Bründl‘s Silent Bass feat. Liisi Koikson & Wolfgang Schlüter

Do., 4. September 2008
19:30

 „… Das ist ausgesprochen klug konzipiert, durchaus auf Risiko gespielt, hat Power und kühne Komplexität. Weil die Musiker viel Spaß am Spiel haben, behält das eine überspringende Vitalität, die nicht nach ­Kopfgeburt klingt, sondern frisch, unverbraucht und nuanciert“ – soweit das Jazzpodium über die in den Medien viel beachtete erste CD „respect“ (nominiert für den Preis der Deutschen Schallplatten­kritik 2006) der exquisit besetzten Formation „Silent Bass“. Nun, im Herbst 2007, wurde ein neues Programm mit Eigenkompositionen von Manfred Bründl eingespielt. Die New Edition widmet sich dem Reisen und Grenzen überschreiten – eine Hommage an die Farbe Rot (Themen der Kompositionen sind u.a. Barnett ­Newmans „Who‘s Afraid of Red, Yellow and Blue?“, „Pompeii Red“, „Leonardo da Vincis Der vitruvianische Mensch“, „der Goldene Schnitt“ sowie der „Modulor Le Corbusiers“, die Wüstenstadt Ghadames mit ihrer faszinierenden, einzig­artigen roten Schmuckfarbe). Gleichermaßen ein Schwerpunkt ist Bründl‘s ­Faible für Estland, mit seiner wunderbar melodiösen und sonoren Sprache. Dabei wurden estnische Gedichte der renommierten Autorin ­Kristiina Ehin vertont, gesungen von der faszinierenden estnischen Sängerin Liisi Koikson.

Es spielen: Manfred Bründl (double-bass), Hugo Read (saxes), Achim Kaufmann (p, fender rhodes), Jonas Burgwinkel (d), Liisi Koikson (voc), Wolfgang Schlüter (vibes)

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back & forth / electric + Stephan Schmolck – Hugo Read – Bob Degen

Do., 21. August 2008
19:30

„Musik“, so Stephan Schmolck zu diesem Projekt, „kennt keinen Stillstand – no stagnacy. Ein melodisches Thema ist gleichzeitig Ziel einer Improvisation und Ausgangspunkt neuer musikalischer Entwicklung. Alles bleibt damit im Fluss – continious flow. Die Gestaltung unterliegt keinen Regeln, nur ästhetischen Grundsätzen. Das beinhaltet auch das Moment des Zerstörens – smashing the mirror. In Frage stellen, Chaos und neue Ordnung, alles ist möglich – alles geschieht.“

Mit Hugo Read und Bob Degen hat Stephan Schmolck musikalische Partner gefunden, die seine kompositorischen Anstöße kongenial umsetzen. Mit Bob Degen spielt er nahezu 15 Jahre in den unterschiedlichsten Besetzungen zusammen, ebenso verbindet ihn mit Hugo Read eine langjährige musikalische Geschichte u.a. in Schmolck’s letzter Produktion „electric bundle“. Doch bewusst vermeidet Schmolck den Begriff „Jazz-Trio“, obwohl er in seinen Stücken alle Parameter dieses Genres verwendet. Elemente der neuen Musik fließen genauso in seine Musik ein wie Versatzstücke aus Rock oder Hip-Hop, Techno oder House. Alles wird in den Improvisationen der drei „hin und her“ bewegt, eben „back and forth“. Statische, ostinate Einspielungen sind ebenso integrativer Bestandteil der Kompositionen wie live erzeugtes „sound processing“.

Es spielen: Stephan Schmolck (b), Hugo Read (saxes), Bob Degen (p)

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Günter Lenz zum 70ten – „Springtime“

Do., 7. August 2008
19:30

Günter Lenz zum Siebzigsten – und wenn da das Ensemble Springtime heißt, kann die Symbolik kaum treffender sein.

1977 formierte sich diese Band – natürlich nicht in der gegenwärtigen Besetzung, aber doch schon ­damals ausgestattet mit einer immens hoch­karätigen Mannschaft, darunter die Trompeter Lee Harper und Johannes Faber, die Saxophonisten Leszek Zadlo und Frank St. Peter, der Pianist Bob Degen und der Schlagzeuger Joe Ney.

Inzwischen hat Springtime mancherlei personelle Veränderungen erlebt, niemals jedoch dabei seine zentrale konzeptionelle Perspektive aus den Augen verloren. Und die heißt, reduziert auf’s Wesentliche: strukturelle Klarheit, rhythmische Energie und vor allem ein Maximum an individueller Freiheit für jeden in diese Frühlingsrolle eingebundenen Mitspieler.

Es spielen: Klaus Stötter (tr), Peter Bolte (as), Gebhard Ullmann (ts, bcl), Bob Degen (p), Günter Lenz (b), Billy Elgart (dr)

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Uli Partheils Playtime feat. Ack van Rooyen. – „Galeano-Project“

Do., 24. Juli 2008
19:30

Inspiriert von Eduardo Galeanos Geschichten aus „Das Buch der Umarmungen“, in denen es nicht nur um das Phänomen Lateinamerika geht, komponierte der Darmstädter Pianist Uli Partheil eine Musik, die sich zwischen Galeanos heitere und melancholische Gedankensplitter und Geschichten fügt. „Galeanos ungemein verdichtete Storys, so schreibt die ‚Niedersächsische Allgemeine’ „ entfalten sich ganz grossartig im Nachklang des Jazz-Quartetts – es geht um Stimmungen, Farben, Assoziationen: Filmmusik fürs Kopfkino …“

Eduardo Hughes Galeano, 1940 in Montevideo geboren, ist Journalist, Historiker und Kulturkritiker. 1973 emigrierte er nach Argentinien, drei Jahre danach ging er ins spanische Exil, aus dem er erst 1985 wieder nach Uruguay zurückkehrte.

Die Musik ist einfühlsam, aufregend, anmutig, differenziert, berührend. Sie nimmt die Gefühle, die mit den Geschichten kommen, rhythmisch und klanglich auf und trägt sie weiter in große Leidenschaft – die des Erzählens und die der Musik. Insbesondere wenn ein Großmeister des europäischen Jazz wie Ack van Rooyen solch ein Konzept bereichert, mit Verve, Esprit und durchaus etwas, was man musikalische Weisheit nennen darf.

Es spielen: Ack van Rooyen (flgh), Uli Partheil (p), Arne Huber (b), Rolf Idler (sprecher), Jörg Fischer (dr)

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ELB – Peter Erskine / Nguyên Lê / Michel Benita

Mi., 11. Juni 2008
19:30

Vor fast acht Jahren fand sich ein transkontinentales Trio zusammen, dessen Mitglieder in selten gehörter Freiheit und Gleichberechtigung die ganz unterschiedlichen Färbungen und Traditionen ihrer jeweiligen musikalischen Herkunft bündelten. Das Ergebnis auf ihrer ersten CD E_L_B von 2001 war mitreißend, und nun haben die drei zu den interessantesten der aktuellen Jazzwelt zählenden Musikern endlich wieder zueinander gefunden.

Der 54-jährige amerikanische Schlagzeuger und Percussionist Peter Erskine darf seit seiner Entdeckung durch den Bigband-Revolutionär Stan Kenton als einer der profiliertesten und zugleich stiloffensten Drummer im Jazz gelten. In der Jazzrock-Ära wurde er an den Stöcken der Band „Weather Report“ sozusagen mit Wucht weltberühmt. Der gleichaltrige Bassist Michel Benita, in Algier geboren und aufgewachsen, wurde nach seinem Umzug nach Paris rasch – unter anderem im Orchestre National de Jazz – zur festen Größe der europäischen Szene. Der vietnamesisch-stämmige, aber in Paris geborene Gitarrist Nguyên Lê schließlich ist früh eine der Schlüsselfiguren der europäischen Jazzszene wie auch der Weltmusik geworden. Wie weit sein Horizont ist, sieht man an seiner gleich wägenden Bewunderung für die Musik seines Herkunftslandes wie für Jazzgitarristen oder für Jimi Hendrix. Daraus entwickelte er einen unverwechselbaren, die Traditionen nahezu aller Kontinente verwebenden Stil.

Es Spielen: Peter Erskine (d), Nguyên Lê (g), Michel Benita (b)

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Christof Lauer Trio + Nils Landgren und Wolfgang Puschnig

| Musikpavillion im Palmengarten |

Schon der Name dieses Quintetts verrät seine Besonderheit: hier kommen einige der wichtigsten Jazzmusiker Europas, die die aktuelle Szene mit ihren Spielweisen definiert haben, zu einem einmaligen Konzert zusammen. Man darf sicher sein, dass Frankfurt an diesem Maitag eines der herausragenden Jazzmeetings des Jahres 2008 erleben darf.

Meih dazu unter:
http://www.musikglobal.de/kalender/detail.php?VID=334&cid=27

JIF-Mitglieder erhalten bei Vorlage des JIF-Ausweises den ermäßigten Eintrittspreis

Tobias Weindorf – Kristina Brodersen – Quartett

NACHTCAFÉ: Der Pianist Tobias Weindorf und die Saxophonistin Kristina Brodersen, sie machte jüngst als Mitglied in Manfred Schoofs „European Movement Jazz Orchestra“ in Deutschland, Slowenien und Portugal auf sich aufmerksam, arbeiten schon lange an der Entwicklung gemeinsamer musikalischer Ideen. Dies mit einem überaus soliden Fundament des Einander-Kennens: beide an der Kölner Musikhochschule ausgebildet, beide ehemals Mitglieder des Bundes-Jugend-Jazz-Orchesters und beide Sieger bei „Jugend Jazzt“. Ihr neues Quartett wird ergänzt durch Ingmar Heller (Bass) und Hendrik Soll (Schlagzeug), zwei bekannte Gesichter der europäischen Jazzszene. Das Programm besteht überwiegend aus Eigenkompositionen der Kölner Musiker und lässt genügend Freiräume für ausgedehnte Improvisationen und überraschende Augenblicke.

Es spielen Tobias Weindorf [p], Kristina Brodersen [as], Ingmar Heller [b], Hendrik Soll [dr]
Eintritt € 12,– / 9,– (erm. u. JIF-Mitgl.)
im Theaterhaus, Schützenstraße 12, Telefon 069. 2 99 86 10

The NV-Sessions

„Seit zwei Jahren bereits verzückt rabelein mit wechselnden Programmen das Stuttgarter Publikum. Nun zieht die erfolgreiche Session nach Frankfurt um – und zwar in den Frankfurter „Neuer Volkswirt“.
Jetzt hat sich Ralph Abelein, Professor an der Musikhochschule Frankfurt, mit Matthias Lichtenthaler, dem Local Hero der Jazzgeige, der auch für die Organisation verantwortlich zeichnet, zusammengetan.
Abwechselnd präsentierten sie zweimal monatlich ganz unterschiedliche Projekte, entweder mit dem Schwergewicht, der guten alten Hammondorgel, oder mit federleichten Streichern. So wird ab März alle 14 Tage eine swingende, funkige, soulige Session steigen, die auch viele Pop-, Soul- und Rock-Fans in ihren Bann ziehen wird.“

Die beiden Initiatoren der Session haben für den ersten Monat folgendes Menü zusammengestellt:

So, 02.03.2008 It’s Sco-Time feat. Günter Weiss
Auf dem Programm stehen Soul-Jazz-Kompositionen von Altmeister John Scofield von den Platten Hand Jive und A Gogo.

Günter Weiss – git
Jens Loh – bass
Eckhard Stromer – drums
Ralph Abelein – org
Special Guest: Matthias Lichtenthaler – violin

So, 16.03.2008 Meet the World with 15 Strings
Nach dem grossen Erfolg bei der 5-Jahres-Feier des Neuen Volkswirts spielt die neue Formation „15 Strings“ eine spannende Mischung von Latin und Swing über Tango bis hin zu aufregenden World Music Tunes

Max Clouth – git
Christopher Herrmann – cello
Matthias Lichtenthaler – violin
Michael Gambacurta – percussion

Eintritt 5 €, Konzertbeginn jeweils 20.30 Uhr

Ort:
Neuer Volkswirt
Kleine Hochstrasse 9
60313 Frankfurt am Main

Scott DuBois Quartet – NACHTCAFÉ

Mi., 5. März 2008
20:00

scott_dubois.jpg Die New York Times bezeichnete Scott DuBois nach seiner Zusammen arbeit mit Musikern wie David Liebman und Chris Potter kürzlich in einem Artikel als einen Gitarristen, der langsam aber sicher für Aufruhr in der internationalen Jazzszene sorgt. Und Scott DuBois eilt zu Recht der Ruf eines melodisch sensiblen und zugleich experimentierfreudigen Gitarristen voraus – in seinem Spiel vereint er das Melodiöse eines Django Reinhardt, das Tempo eines John McLaughlin und die Innovation eines Egberto Gismonti. Ohrwurmjazz gelingt ihm mit ebenso großer Genauigkeit wie komplex komponierte Musik oder ideenreiche Improvisation. Nach seiner letzten CD mit Dave Liebmann holte er nun den deutschen Saxofonisten und Bassklarinettisten Gebhard Ullmann ins Jazz-Boot. Mit Thomas Morgan am Bass sowie Kresten Osgood am Schlagzeug vereinen die vier ihre musikalische Kreativität in einem Projekt, das im Wortsinn von sich hören lässt.

Es spielen: Scott DuBois (g), Gebhard Ullmann (sax, bcl), Thomas Morgan (b), Kresten Osgood (dr)

Eintritt: EUR 12,– / 9,– (erm. und JIF-Mitgl.)

Im Theaterhaus | Schützenstraße 12 | 60311 Frankfurt | 069. 2998610