JAZZ im Palmengarten I – François Jeanneau & Uli Lenz Duo

Do., 28. Juni 2007
19:30

Donnerstag, 28. Juni | 19.30 Uhr
François Jeanneau & Uli Lenz Duo

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Dieses Duo ist einzigartig in der Musikszene: der deutsche Pianist Uli Lenz und der französische Saxophonist François Jeanneau improvisieren an der Spitze des zeitgenössischen Jazz. Die sehr eigene künstlerische Ansprache und unmittelbare Energie der beiden, lassen die Musik in Form und Struktur allein für sich stehen und über alles Weltliche erhaben strahlen. Diese Botschaft haben die Beiden 2005 nach Pakistan getragen und spielten vor großem Publikum in Lahore, Karachi und Islamabad. Ebenfalls 2005 konzertierten die beiden in Berlin – Deutschlandradio Kultur nahm dieses gefeierte Gastspiel im Jazzclub A-Trane auf.
Wer Jazzeuropas führende Saxophonisten aufzählt, muss den zur crème de la crème unter den französischen Musikern zählenden François Jeanneau nennen. Sein Spiel, ursprünglich von John Coltrane beeinflusst, zeichnet sich durch eine melodiöse, einprägsame Klarheit aus. Nicht nur als virtuoser Improvisator genießt er weltweites Ansehen, auch als Komponist mit einem Konzept, das ein weitgefächertes zeitgenössisches Umfeld widerspiegelt, beweist er hohen schöpferischen Rang. In Paris, wo er in den 60ern im legendären Saint Germain Club bei Bud Powell, Kenny Clarke, Oscar Pettiford, Eric Dolphy, Art Taylor oder Freddie Hubbard seine „Jazzschule“ besuchte, später u. a. mit dem Trio Humair-Jeanneau-Texier auch international Triumphe feierte – leitet der vielfach ausgezeichnete Janneau heute sein aus zwölf Musikern bestehendes Orchester Panthämoneum.

Uli Lenz, 1955 in Frankfurt am Main geboren, gilt als einer der eindrucksvollsten europäischen Jazzpianisten. Bereits 1988, mit Erscheinen einer Live-CD mit dem Bassisten Cecil McBee und dem Schlagzeuger Joe Chambers aus dem New Yorker Jazzclub Sweet Basil, galt Lenz als der „Rising Star“ des europäischen Jazz. Viele Größen der Szene, wie die Sängerin Abbey Lincoln oder der Miles-Davis-Saxophonist Steve Grossman arbeiten nun mit Lenz. Seit 1999 hat er einen Vertrag mit dem feinen New Yorker Jazzlabel Arkadia und befindet sich in Gesellschaft klingender Namen wie den Saxophonisten David Liebman und Benny Golson oder Pianisten wie Billy Taylor und Joanne Brackeen. Lenz’ Debütalbum „Rainmaker’s Dance“ mit 11 Eigenkompositionen wurde international als eine der besten Jazzproduktionen 2001 gefeiert.

Im Duo bringen beide Künstler gleichberechtigt ihre eigenen Kompositionen ein. Sie übersetzen und verbinden den Rhythmus und die Kraft zweier europäischer Metropolen und derer Lebensstile: Berlin und Paris, die Heimatstädte der Musiker.

Es spielen: François Jeanneau (sax) | Uli Lenz (p)

Vvk und Abendkasse: an der Kasse Siesmayerstraße 63
Eintritt: 8,– €, ermäßigt: 4,– € zzgl. Vvk-Gebühr
JIF-Mitglieder: frei (Bitte JIF-Mitgliedskarte vorzeigen!)

Werner Wunderlich zum Geburtstag: The Polish Jazz 4tet

Do., 24. August 2006
19:30

Jazz im Palmengarten, die älteste Jazz-Open-Air-Reihe der Welt, existiert seit 1959 und von Anbeginn bis ins Jahr 2002 war es Hans Werner Wunderlich, der die großartigen Konzerte, hochkarätig, teilweise international besetzt, Sprungbrett für einige große Karrieren, produzierte. In diesem Jahr feiert H. W. Wunderlich, lange Jahre Redakteur und Leiter der SWR-Jazzredaktion, Autor etlicher Tausend Jazzsendungen, vielfaches Jurymitglied, 1957 Initiator und Organisator der ersten Tournee westdeutscher Jazzmusiker in Polen, die von polnischen Intellektuellen als erster kultureller Kontakt nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen den beiden Ländern gewürdigt wurde, und zum „ambasador polskiego jazzu“ (Botschafter des polnischen Jazz) benannt, seinen 80. Geburtstag. Die Jazzinitiative, in deren Hände er 2003 die Geschicke des Jazz im Palmengarten legte, „schenkte“ ihm zu diesem Anlass die Mühe, noch einmal ein Palmengarten-Konzert ganz nach seinem Gusto zu programmieren – und wen wundert’s, dass an diesem Abend – es ist der 296. Jazz im Palmengarten – ein polnisches Quartett allererster Güte spielt.

Olejniczak + RekDas Polish Jazz 4tet hat sich erstmals 2005 für das Bingen Jazz Festival gefunden und repräsentiert fast einzigartig, immens beeindruckend und umfassend die polnische Nachkriegsjazzgeneration. Vladislav Sendetzki, Vitold Rek und Andrzej Olejniczak haben schon Ende der 70er zusammen in der Gruppe Sun Ship, dereinst „die Band“ in Polen und offizieller Kulturexport auf diversen internationalen Festivals, gearbeitet. Heute, zusammen mit dem Schlagzeuger Janus M. Stefanski, verbinden sie Jazz-Tradition mit der polnischen Romantik (es werden etliche Ideen Frédéric Chopins aufblitzen an diesem Abend im Palmengarten) und Folklore; die vielzitierte aber stets wieder faszinierende und Innovationen hervorbringende „slawische Seele“ und Jazztiming prägen die Kompositionen von den einzelnen Mitgliedern der Gruppe, die seit Jahren nun, in Deutschland und Spanien lebend, zur renommierten europäischen Jazzszene gehören.

Es spielen
Andrzej Olejniczak (ts, ss)
Vladislav Sendetzki (p)
Vitold Rek (b)
Janusz M. Stefanski (dr)

Veranstaltungsort: Palmengarten

D.R.A.

Do., 10. August 2006
19:30

D.R.A.D.R.A. ist ein frisches, innovatives Ensemble, dessen Musik gleichzeitig humorvoll und intelligent ist. D.R.A. wurde 2002 mit
dem JazzArtAward ausgezeichnet und spielte u.a. eine umjubelten Auftritt beim 33. Deutschen Jazzfestival Frankfurt. Nicht nur das Publikum, auch die Presse, national wie international, reagiert euphorisch auf dieses Ensemble: „Ein Glücksfall für den deutschen Jazz“, gar „In Europa gibt es keinen Besseren“ schrieb die Frankfurter Rundschau, „Sensationell der Vibraphonist Christopher Dell, der es mit seinem Trio D.R.A. schaffte, neumusikalische Motivik mit struktureller Freiheit und körperbetontem Groove zu verknüpfen“, meinte die Süddeutsche Zeitung und „Full of ideas and mastery … a strong player, constantly intriguing, …“ fügte Downbeat an.
Und Christopher Dell selbst …? Wie immer ein wenig hintergründig: „Uns geht es bei dem Programm ‚Future Of The Smallest Form’ vor allem um die Ausreizung des Machbaren im Raume des klassischen Triospiels. ‚Smallest Form’ deshalb, weil sich die eigens für das Trio geschriebenen Kompositionen um extrem dichte und komprimierte Informationskerne ranken. Komplexe Takt-, Tempowechsel und irisierende Harmoniefolgen verzahnen sich, immer in Rückbezug auf die Tradition. Der Name D.R.A. steht sowohl für die Namen der Ensemblemitglieder, als auch für die Begriffe dynamic-related-action. Das bedeutet für uns die Energie der innovativ-vitalen Fluidität innerhalb der Gruppe und beschreibt damit seht gut unseren Umgang mit der moment-spezifischen Musik.“ (Dell sagte übrigens auch einmal, als wolle er die Sache auf den Punkt bringen, er möge kein Jazzgedudel …)

Seine Mitspieler jedenfalls, die als D.R.A. in diesem Jahr den ersten Darmstädter Jazzpreis erhielten, sind gewiss keine Dudler: Christian Ramond ist ein gefragter Sideman, so spielte er u. a. mit Joe Pass, Kenny Wheeler, Theo Jörgensmann, Michel Pilz oder Philip Catherine. Felix Astor war Stipendiat der Academy
of Fine Arts in Banff, Preisträger beim Henessy Jazz Search, und ist ein sehr vielseitiger Drummer, der nicht nur den Jazz sehr
gut kennt, sondern auch durch zahlreiche Studienaufenthalte in Brasilien mit der Südamerikanischen Musik gut vertraut ist.

Es spielen
Christopher Dell (vib)
Christian Ramond (b)
Felix Astor (dr)

Veranstaltungsort: Palmengarten

Omar Sosa Trio

Do., 27. Juli 2006
19:30

Omar SosaMan darf ihn ungestraft einen der besten Pianisten Kubas nennen. Geboren und aufgewachsen in Camaguey in Zentral-Kuba, studiert Omar Sosa einige Jahre Perkussionsinstrumente an der herausragenden Escuela Nacional de Musica in Havanna. Eigentlich sollte es die Marimba werden – doch mangels eines Instrumentes konzentriert er sich auf das Piano. Und Sosa nimmt alles mit, was er kriegen kann, von afro-kubanischer Folklore über europäische Klassik bis zu amerikanischem Jazz. 1993, geht er für einige Jahre nach Ecuador, in eine Region, die besonders für ein afrikanisches Instrument bekannt ist – die Marimba. Er wird erstmals auch als Produzent tätig und leitet nebenbei
sein Jazz-Ensemble Entrenoz. Sosa tourt in Afrika, Europa und Lateinamerika und erweitert ständig seinen musikalischen Horizont, auch sein musikalisches Vokabular. 1995 landet er
in San Francisco, wo die Latin-Szene ein ewiger Pool an Kreativität ist, aktuell lebt Sosa in der Stadt mit einer der interessantesten Musikszene Europas: Barcelona.

Sein erstes Album in Amerika, „Omar Omar“, erscheint 1997 und zeigt einen hochgradig virtuosen, ausgereiften Pianisten, der in geschicktester Weise seine vielfältige musikalische Sozialisation einbindet. Ob solo, im großen Ensemble oder gar im Sinfonie-Orchester: Omar Sosa überzeugt als Musiker, Komponist und Arrangeur, und er erreicht sogar mit Piano-Solo-Alben Charts-Positionen, Verkaufs-Charts, wohlgemerkt. Für „Sentir“ gewann der Pianist gar einen Grammy. Einer seiner Lehrer in Kuba war der inzwischen verstorbene Buena-Vista-Social-Club-Pianist Ruben Gonzalez. Neben Thelonious Monk (Sosas Sohn heißt Lonious…), Chopin und McCoy Tyner gehört auch Keith Jarrett zu Sosas Vorbildern, und nicht selten kann man es hören.

Es spielen
Omar Sosa (p)
Angár Diaz (perc)
Childo Tomas (e-b)

Veranstaltungsort: Palmengarten

Black Sea Trio

Do., 13. Juli 2006
19:30

Black Sea TrioSeit Mitte der 90er Jahre ist er musikalisch zu spüren, ein frischer Ostwind, der Begegnungen mit den Traditionen Osteuropas und des Balkans, für Musiker wie Publikum gleichermaßen bereichernd, durch die Jazzszene weht.

Besonders im Black Sea Trio vereinen sich nicht nur drei der besten Musiker Osteuropas, sondern auch verschiedene Stile von Folklore und Jazz. Meditative Klänge des Balkans wechseln sich ab mit raffinierten Soli und knackigen Grooves bis hin zu Deep-Purple-Zitaten. Hochkomplexe und zugleich spontane Musik – gleich einer Konversation, die bei der Sache bleibt und niemals in Belanglosigkeit ausfranst – ohne Manierismen und immer spannend.

Gitarrist Enver Izmailov, in Usbekistan aufgewachsener Tatar, zaubert mit seiner faszinierenden 10-Finger-„Tapping“-Technik Unglaubliches auf der Gitarre. Bei ihm wird die Gitarre zum Orchester, klingt mal wie ein europäisches Cembalo oder eine türkische Saz.

Anatoly Vapirov ist vor allem durch sein emotional-sinnliches und episches Spiel in der Jazz-Avantgarde der ehemaligen Sowjetunion ein Begriff. Er war der führende Saxophonist und einer der wichtigsten Komponisten der zeitgenössischen Jazzszene von Leningrad/St. Petersburg. Zusammen mit dem Perkussionisten und Filigranvirtuosen Kornel Horvath aus Ungarn wärmen sie keine Klischees auf, veranstalten keine Improvisationsringelreihen, sondern vertrauen – sensibel aufeinander hörend – einfach auf den großen musikalischen Fluss. „Der überschwängliche Jubel bulgarischer Hochzeitsmusik“, schrieb Volker Kriegel in der FAZ, „der klagende Blues des wilden Ostens, ländliche Hirtenlieder, der Sound der E-Gitarre und furios dahinjagende Rhythmen verschmelzen die Ausnahmemusikanten zu einer einzigartigen, rauschhaften Musik jenseits aller Fusionklischees…“

Es spielen
Enver Izmailov (g)
Anatoly Vapirov (saxes)
Kornel Horvath (perc)

Veranstaltungsort: Palmengarten

Jazzgarten auf dem Museumsuferfest 2006

Der Jazzgarten bietet auch 2006 (vom 7. bis 9. Juli) wieder ein Jazz-Programm.
Ort: Museum für angewandte Kunst, im Garten der Villa Metzler,
einer der schönsten und auch relativ ruhigen Plätze des Museumsuferfestes.

Das Programm ist unter www.jazzgarten.de zu finden.

Janusz M. Stefanski: JazzArt in Concert

Do., 29. Juni 2006
19:30

januszDer sogenannte „Frankfurter Abend“ des Jazz im Palmengarten gehört einem Geburtstagskind – Janusz Maria Stefanski; am 15. Juni wird er 60.

Stefanski studierte Klavier und Schlagzeug an der Staatlichen Musikhochschule Krakau und gehörte ab 1968 dem legendären Tomasz Stanko-Quintett an, später dem Ensemble von Czeslaw Niemens Band Enigmatic. Anfang der 70er Jahre stieß er zur Free Jazz-Band Free Sound Hans Kollers. Nach Verhängung des Kriegszustandes in Polen im Jahre 1981 blieb Stefanski nach einer Tournee im Westen und siedelte sich – wir danken es ihm – in Frankfurt an. Hier gründete er mit ebenfalls emigrierten Kollegen das Polski Jazz Ensemble. Seit den 90er Jahren spielte er im Quartett von Emil Mangelsdorff und gründete ein eigenes Trio mit Jürgen Wuchner und Matthias Schubert. 2003 wurde dem Dozenten der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt der Hessische Jazzpreis verliehen.

Und für sein Jubiläumskonzert, 2006 ist zudem Stefanskis 40. Bühnenjahr, hat er sich sein „JazzArt“ Projekt mit ‚alten’ Freunden aus der „Frankfurter Szene“ und großen Meistern ihres Fachs, mit Tony Lakatos, Adam Pieronczyk, Rainer Böhm (Jazzpreisträger der Städte Nürnberg und Montreux), Manfred Bründl und Jürgen Wuchner, neu, interessant und vor allem exquisit zusammengestellt – etliche Kompositionen entstehen neu für dieses gewiss mehr als dynamische Konzert.

Es spielen
Tony Lakatos (ts)
Adam Pieronczyk (ts)
Rainer Böhm (p)
Manfred Bründl (b)
Jürgen Wuchner (b)
Janusz M. Stefanski (dr)

Veranstaltungsort: Palmengarten