Jazzgeschichten: Heinz Sauer – ein Leben im Jazz

Fr., 10. November 2017
20:00

Talk mit Heinz Sauer und Daniella Baumeister

Foto: Anna Meuer

Die unkontrollierbare Freiheit der Improvisation macht Diktaturen von jeher misstrauisch gegenüber dem Jazz. Ab 1933 sahen sich die Anhänger der anglo-amerikanischen Musikstile und der „Swing-Jugend“ in Nazi-Deutschland massiven Repressionen ausgesetzt. 1932 wurde Heinz Sauer geboren und kam schon früh mit dieser „entarteten“ Musik in Berührung, sie wurde seine lebenslange Liebe.

Jazz ist für ihn Ventil, Herausforderung, politisches Statement, Protest und Ausdrucksmittel für die Seele. Nach dem Krieg und durch den Kontakt zu vielen amerikanischen Jazzern in den GI-Clubs entwickelte sich Frankfurt zur deutschen Jazz-Hauptstadt – mittendrin Heinz Sauer, der bis heute nicht in Frankfurt, sondern 18 Kilometer außerhalb in Kronberg lebt.

Wie er diese Distanz überwand, um in den Clubs, vor allem im Jazzkeller, zu spielen, wie er mit vielen anderen Musikern wie Albert Mangelsdorff dem deutschen Jazz zu internationalem Renommee verhalf, wie das Saxofon sein Sprachrohr wurde, wie für ihn der Jazz zugleich Protest ist gegen die Nazis, die ihm auch nach dem Krieg immer wieder begegnen, und wie er bis heute den perfekten Ton sucht und findet – dies alles erzählt Heinz Sauer im Gespräch mit Daniella Baumeister in der neuen Reihe „Jazzgeschichten“.

In Zusammenarbeit mit der Gethsemanekirche

Heinz Sauer, Daniella Baumeister

www.heinzsauer.de

Gethsemanekirche | Fr., 10.11.2017 | 20.00 Uhr | 12,–/9,– €

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Eric Schaefer + The Shredz

Do., 9. November 2017
20:00

Mit seinem neuen Album „Bliss“ rührt Schlagzeuger Eric Schaefer den Fusion-Jazz der Sechziger, den Jazz-Dub der Neunziger und die Clubmusik von heute zu einem explosiven Gebräu an. Das ist kein Voodoo, obwohl es streckenweise so klingt, sondern konsequente Fortführung dessen, was Schaefers Spiel von Beginn an einzigartig machte: Stil und Geschmack, Virtuosität und Wissen, komplexe Kompositionen und improvisatorische Spielwut. Verwurzelt im Hardcore und gereift am Jazz, bespielt Schaefer ein Klangspektrum, das weit über jedes akademische Kolloquium hinausreicht.

Nachdem er vor allem als Mitglied von Michael Wollnys Trio bekannt wurde, veröffentlichte er 2013 mit „Who‘s Afraid of Richard W.?“ sein Debüt als Bandleader. Zwei Jahre und zahlreiche Auftritte später nahm die „Wagner-Band“ das neue Album auf – und fand dabei zu ihrem eigenen Sound sowie endlich auch zu einen eigenen richtigen Namen: The Shredz.

 

Der texturreiche Sound von „Bliss“ mitsamt seinen Delay-Schleifen, Synthesizer-Modulationen und prozessiertem Schlagzeug-Sound entstand bereits beim Einspielen. Mit John-Dennis Renkens fliegenden Trompetentönen und Volker Meitz‘ gurgelnden Orgeln und John Eckhardts Bassfundament beschwören The Shredz den Geist der elektrischen Miles-Davis-Sessions herauf.

In Zusammenarbeit mit der Romanfabrik

John-Dennis Renken (tp), Volker Meitz (keyb), John Eckhardt (b), Eric Schaefer (dr)

ericschaefer.de

Romanfabrik | Do., 9.11.2017 | 20 Uhr | 15,–/12,– €

Tony Lakatos / Ferenc Snétberger – Acoustic World

Fr., 3. November 2017
20:00

Ferenc Snétberger ist ein herausragender Gitarrenvirtuose, Improvisator und Komponist, der lustvoll, mit natürlicher Leichtigkeit und auf höchstem Niveau Genregrenzen überschreitet. Sein Repertoire ist inspiriert von der Roma-Tradition seiner Heimat, der brasilianischen Musik, dem Flamenco – und ebenso von Klassik und Jazz.

Er veröffentlichte bereits zahlreiche Alben unter eigenem Namen und begann 1999 eine kongeniale Zusammenarbeit mit Markus Stockhausen. Mit Tony Lakatos verbinden Snétberger die ungarische Herkunft, die Roma-Wurzeln, eine jahrzehntelange Freundschaft und eine erfolgreiche Zusammenarbeit: Neben vielen gemeinsamen Konzerten vor allem das leider schon seit langem vergriffene Duo-Album „Acoustic World“, der Live-Mitschnitt eines Konzerts in Tokio, und Lakatos’ Album „Gypsy Colors“.

Tony Lakatos ist der überragende Solist der hr-Bigband, einer der meist-respektierten Saxofonisten weltweit und gern gesehener Gast u.a. in den USA, Indien, Südafrika und überall in Europa. Er war bislang an Aufnahmen für mehr als 350 Jazz-Alben beteiligt.

In Zusammenarbeit mit der Gethsemanekirche

Tony Lakatos (sax), Ferenc Snétberger (g)

www.snetberger.de
www.tonylakatos.com

Gethsemanekirche | Fr., 3.11.2017 | 20 Uhr | 12,–/9,– €

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Ulli Jünemann Quartet

So., 22. Oktober 2017
20:00

Das Quartett liebt Kontraste, besinnt sich auf die Tradition der 60er und 70er Jahre, auf Bebop und Blues, spielt aber zeitgemäß mal kammermusikalisch, mal extrovertiert mit Kanten und Brüchen. Die äußerst sensible und kommunikative Zusammenarbeit von Jünemann und Prins macht die Musik spannend. Romantik in der Melodieführung des Saxofons und hart swingende Gitarre verschmelzen im Dialog.

Jünemann spielt das Altsaxofon mal cool-intellektuell, mal sensibel und gefühlvoll. In Balladen wird der Ton leise und fast schwebend, dann lässt Prins die Gitarre ebenso weich und melodiös klingen wie einen Gesang.

Die Kompositionen „Paid nice“ und „Paying dues“, in denen der Mainzer Musiker hart und expressiv sein Instrument bläst, ehren den Pianisten Thelonious Monk. „Doobee“ ist dem lückenfüllenden Scat-Wortspiel des Bebop nachempfunden und fällt durch seine explosiv knallenden Schlagzeug-Einlagen auf. Gitarre und Saxofon leiten ein Thema unisono ein, das Saxofon setzt sich mit sonorem Ton ab, während die Gitarre mit ökonomisch eingesetzten elektronisch verzerrten Akkorden die Läufe untermalt.

In Zusammenarbeit mit dem Club Voltaire

Ulli Jünemann (sax), Jeanfrançois Prins (g), Bart Denolf (b), Bruno Castellucci (dr)

www.jazzulli.de

Club Voltaire | So., 22.10.2017 | 20 Uhr | 12,–/9,– €

 

Schubert / von Schlippenbach

Do., 19. Oktober 2017
20:00

Der Pianist Alexander von Schlippenbach, einer der Ersten unter Europas Bandleadern, mischt freie und zeitgenössische Elemente. Dieser beiden Welten verbindet er besonders gern in seinen Kompositionen und Improvisationen.

Schlippenbach trat als Solist, in mehrerer Duo-Formationen und als Leader verschiedener Bands auf, u.a. eines Trios mit Evan Parker und Paul Lovens; Tourneen führten ihn bereits nach Asien, Australien und in die USA. 1988 gründete er das Berlin Contemporary Jazz Orchestra mit einer ganzen Reihe renommierter Jazz-Musiker, z.B. Kenny Wheeler, Misha Mengelberg, Aki Takase und Günter Lenz.

Schlippenbach wurde 1994 mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnet, dem bedeutendsten Jazzpreis im deutschsprachigen Raum. Er erhielt außerdem den Berliner Kunstpreis (1976), den SWR-Jazzpreis (2007) sowie mehrere Schallplattenpreise.

Frank Paul Schubert studierte an der Musikhochschule Aachen. Neben seinem wichtigsten Projekt „Grid Mesh“ arbeitete er bereits mit dem Who-is-Who der improvisierten Musik zusammen und tourte in Europa, USA und Kanada. „Hic sunt leones“, sein Duo-Album mit Günter Baby Sommer, wurde vom englischen Magazin The Wire zur CD des Jahres nominiert.

 In Zusammenarbeit mit der Romanfabrik

Frank Paul Schubert (sax), Alexander von Schlippenbach (p)

www.avschlippenbach.com
www.frankpaulschubert.de

Romanfabrik | Do., 19.10.2017 | 20 Uhr | 20,–/15,– € (erm., JIF)
Achtung: im gedruckten Programmheft der Jazz-Initiative ist ein falscher Preis ausgeweisen (15/12 €); der tatsächliche Preis war zur Zeit der Drucklegung nicht bekannt

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Christopher Dell / Hubert Nuss: Duo Conversations

Mi., 18. Oktober 2017
20:00
Vibrafonist, Jazz, Improvisation, Musikalisches Raumdenken

Christopher Dell bewegt sich als Musiker und Komponist im Kontext freier Improvisation und neuer Musik wie im Jazz. Vor diesem Hintergrund hat er einen unverwechselbaren Stil entwickelt, sein Spiel und Werk besticht durch Reife und Persönlichkeit. Seine Arbeit wurde mit diversen Preisen ausgezeichnet, wie dem Gary Burton Jazz Award, dem Downbeat Allstar Award, dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik, dem JazzArt-Award und 2005, im Jahr seiner ersten Vergabe, mit dem Darmstädter Musikpreis.

Hubert Nuss studierte Jazzklavier in Köln und lehrt an den Musikhochschulen Köln, Stuttgart und Berlin. Er spielte mit zahlreichen Größen des internationalen Jazz, z.B. mit Mel Lewis, Clark Terry, Benny Bailey, Don Menza, Johnny Griffin, Art Farmer, Slide Hampton, Toots Thielemans, Ack van Rooyen und Bob Brookmeyer. Charakteristisch sind sein ebenso sensibles wie sinnliches Spiel, vielfältige Klangfarben und die harmonische Bandbreite seiner Kompositionen. Hubert Nuss wurde 2008 mit dem WDR-Jazzpreis für Improvisation ausgezeichnet.

In Zusammenarbeit mit dem Steinway-Haus Frankfurt

Hubert Nuss (p), Christopher Dell (vib)

www.christopher-dell.de

Steinway-Haus Frankfurt | Mi., 18.10.2017 | 20 Uhr | 20,–/15,– €

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Daniel Erdmann Trio invite Vincent Courtois

Fr., 13. Oktober 2017
20:00

Daniel Erdmann und Vincent Courtois arbeiten seit einigen Jahren in diversen Besetzungen zusammen, unter anderem bei Erdmann7/Rohrer Quartett und bei The Mediums. Sie teilen Klangvorstellungen und melodische Konzeption.

„Die Musik des neuen Daniel Erdmann Trios ist kräftig und zugleich sensibel, mit Sinn für feine Nuancierungen und zugleich auch mit Schwung, gelegentlich gar mit Wucht. Was aufhorchen lässt, ist Sprachnähe, das Erzählende. Das Thematische gibt Bezugsrahmen, Daniel Erdmann bekennt sich zum Melodischen. Einfälle und Aussagen webt er ein in das Stimmengeflecht mit Violine bzw. Bratsche und Vibrafon“. Bert Noglik

„Es ist stimmungsvoll und auf eine ungemein behutsame Art intensiv, wie die drei Atmosphären und Themen entwickeln und dabei, sich in fließendem Wechsel umspielend, Vorder- und Hintergründe der Musik ausleuchten. Wie das Trio das Konkrete, die harmonischen Formen und die Rhythmen von Daniel Erdmanns Kompositionen mit dem wirbelnden und losgelösten Ausdruck aus dem Moment heraus kombiniert, klingt nach großer innerer Freiheit und ist Ton für Ton spannend.“ Beate Sampson, BR-Klassik

Daniel Erdmann (sax), Théo Ceccaldi (vln, vio), Vincent Courtois (cello), Jim Hart (vib)

In Zusammenarbeit mit Jazzdor Straßburg und dem Freien Schauspiel Ensemble Frankfurt

www.daniel-erdmann.com

vincent-courtois.com

Titania | Fr., 13.10.2017 | 20 Uhr | 20,–/15,– €

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Multiphonics-Festival 2017

Mi., 11. Oktober 2017
20:00

Doppelkonzert

Das Multiphonics Festival 2017 steht unter zwei Mottos. Zum einen „Großbesetzungen“: „MeeresRauschen“ von Annette Maye sowie „Loom“ von Niels Klein; beide Projekte werden auf dem Festival exklusiv der Öffentlichkeit vorgestellt.

Loom

Loom ist ein Orchesterprojekt mit fünf Holzbläsern, fünf Blechbläsern und einer stark erweiterten Rhythmusgruppe. Sein Klangideal verweist direkt auf orchestrale Cool-Jazzmusik wie z.B. die Gerry Mulligan Concert Jazz Band, Clare Fisher oder Miles Davis` „Birth of the Cool“ und transportiert die Musik in die Gegenwart des aktuellen Jazzgeschehens.

Niels Klein (sax, cl, comp); Wanja Slavin, Leonhard Huhn, Heiko Bidmon, Steffen Schorn (sax, cl); Matthias Schriefl, Stephan Meinberg (tp, euphonium), Ludwig Himpsl (f-horn), Johannes Lauer (tb), Mattis Cederberg (btb, tuba), Kathrin Pechlof (harfe), Pablo Held (p), Frank Wingold (g), Dierk Peters (vib), Robert Landfermann (b), Jonas Burgwinkel (dr)

www.niels-klein.com

MeeresRauschen

Das neue Projekt von Annette Maye ist eine musikalische Hommage an die See. Ein umfangreiches Klarinettenensemble wird durch Trompete, Posaune und Euphonium zu einem klangvollen sechsköpfigen Bläsersatz ergänzt. Dazu gesellt sich die erstklassig besetzte Rhythmusgruppe mit Klavier, Bass und Schlagzeug. Von der Komponistin am Meer erstellte Audio-Aufnahmen bilden einen weiteren wesentlichen Bestandteil der Komposition.

Annette Maye (comp, cl), Thomas Savy (cl), Klaus Gesing (bc, voc), Claudio Puntin (cl), Udo Moll (tp, elecronics), Nicolao Valiensi (euphonium, tb), Hans Lüdemann (p), Björn Meyer (b), Dirk-Peter Kölsch (dr)

www.annettemaye.com

www.multiphonics-festival.com

Dr. Hoch‘s Konservatorium | Mi., 11.10.2017 | 20 Uhr | Vvk: 27,60 €; 23,20 (JIF, erm.) | AK: 29,– €; 25,– € (JIF, erm.)

Karten: http://www.multiphonics-festival.com/tickets

Multiphonics Festival 2017

Do., 12. Oktober 2017
20:00

Doppelkonzert

 Louis Sclavis & Aki Takase „Yokohama“

Ein Gipfeltreffen zwischen zwei der bedeutendsten europäischen Improvisatoren der letzten zwanzig Jahre. Aki Takase lebt seit langem in Berlin und zählt dort zu den Fixsternen der Jazz-Szene. Der Klarinettenvirtuose Louis Sclavis stürzt sich mit ihr in das – für ihn eher seltene – Abenteuer Duo. Die beiden feiern das 50. Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Yokohama und Lyon, der Geburtsstadt von Sclavis, auf ihre Weise: in einem Balanceakt freier Improvisation, der ihre Kompositionen und musikalischen Welten verbindet. Ein aufregender Dialog zwischen einer virtuosen Rhythmikerin und einem unverbesserlichen Klangperfektionisten.

Louis Sclavis
Aki Takase

 

 

 

 

 

 

 

 

Louis Sclavis (cl), Aki Takase (p)

L´Hicâz Car

L’Hijâz Car steht für raue, ungezügelte Energie, moderne Komposition, Klänge des Mittel meerraume, und das alles auf eine Art und Weise, wie man sie noch selten gehört hat! Angeführt von Gregory Dargent setzen die Musiker ihre Vision der Lyrik einer modernen östlichen Welt um. Dies tun sie auf Grundlage ihrer Originalinstrumen- tation mit Oud, Tarhu, Bassklarinette, Kontrabass und Perkussion, ihrer individuellen Erlebnisse aus 15 Jahren Tourerfahrung in der ganzen Welt, sowie ihrer starken persönlichen Freundschaft.
Ihre erste Instrumentalplatte «Riders of the Aurès» – entstanden nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Houria Aïchi – wurde von den großen europäischen Musikmedien als außergewöhnliches Kunstwerk wahrgenommen: „Bestes Album des Jahres (fRoots, UK), „das beste Album, dass jemals vom Label Buda Musique produziert wurde (Songlines,UK). Ebenso wurde die Band mit großem Erfolg im offiziellen Showcase-Programm der Jazzahead 2014 in Bremen vorgestellt. L’Hijâz’Car geht seinen Weg sowohl auf bekannten Jazzfestivals, als auch in Spielstätten, die Weltmusik präsentieren. Es ist Musik ohne Grenzen!

L’Hijâz Car

Grégory Dargent (oud), Jean-Louis Marchand (bass clarinet),  Nicolas Beck (tarhu), Vincent Posty (doublebass), Etienne Gruel (percussions)

http://www.multiphonics-festival.com

Brotfabrik | Do., 12.10.2017 | 20 Uhr | Vvk: 25,20 € (incl. Geb.); AK: 28,– €, 24,– € (JIF, erm. nur an der AK)

Tickets: www.multiphonics-festival.com/tickets

 

 

 

Omer Klein Trio

Do., 5. Oktober 2017
20:00

Einflüsse aus der traditionellen jüdischen Musik des Abendlandes und dem Orient, der Liedkunst der Romantik und der Rockmusik finden sich in der Musik der zeitgenössischen israelischen Jazzmusiker aus der Generation Omer Kleins. Ihren internationalen Erfolg erklärt Klein mit ihrer Fähigkeit zu improvisieren: In seinem bedrängten chaotischen Land erfordere das tägliche Leben, ständig Entscheidungen zu treffen und schnelle Lösungen zu finden.

Erstaunlich ist der Aufstieg angesichts der kaum vorhandenen Jazz-Infrastruktur in Israel. „Es gibt viel zu wenig Clubs, kaum Festivals, kaum Plattenproduzenten, kaum Jazz im Rundfunk“, berichtet Klein. Immerhin entwickelte sich nach dem Vorbild der klassischen Ausbildung auch die sogenannte Jazz-Education. Doch letztlich sind die extrem begrenzten Auftrittsmöglichkeiten dafür verantwortlich, dass so viele israelische Jazzmusiker ihre Heimat verlassen.

Omer Klein studierte an der Thelma Yellin High School of Arts in Tel Aviv-Jaffa und bei Danilo Pérez am New England Conservatory in Boston. Nach einigen Jahren in New York City lebt er seit 2011 in Deutschland. Er gewann 2006 den ersten Preis der Jazz Hoeilaart International Competition in Belgien, 2013 und 2015 wurde er der Förderpreisträger für Musik der Landeshauptstadt Düsseldorf

In Zusammenarbeit mit der Romanfabrik

Omer Klein (p), Haggai Cohen-Milo (b), Amir Bresler (dr)

www.omerklein.com

Romanfabrik | Do., 5.10.2017 | 20 Uhr | 20,–/15,– €

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