Omer Klein Trio

Do., 30. August 2018
19:30

Einflüsse aus der traditionellen jüdischen Musik des Abendlandes und dem Orient, der Liedkunst der Romantik und der Rockmusik finden sich in der Musik der zeitgenössischen israelischen Jazzmusiker aus der Generation Omer Kleins. Ihren internationalen Erfolg erklärt Klein mit ihrer Fähigkeit zu improvisieren: In seinem bedrängten chaotischen Land erfordere das tägliche Leben, ständig Entscheidungen zu treffen und schnelle Lösungen zu finden.

Erstaunlich ist der Aufstieg angesichts der kaum vorhandenen Jazz-Infrastruktur in Israel. „Es gibt viel zu wenig Clubs, kaum Festivals, kaum Plattenproduzenten, kaum Jazz im Rundfunk“, berichtet Klein. Immerhin entwickelte sich nach dem Vorbild der klassischen Ausbildung auch die sogenannte Jazz-Education. Doch letztlich sind es die begrenzten Auftrittsmöglichkeiten, die dafür verantwortlich sind, dass so viele talentierte israelische Jazzmusiker ihre Heimat verlassen.

Omer Klein studierte an der Thelma Yellin High School of Arts in Tel Aviv-Jaffa und bei Danilo Pérez am New England Conservatory in Boston. Nach einigen Jahren in New York City lebt er seit kurzem in Frankfurt am Main. Er gewann 2006 den ersten Preis der Jazz Hoeilaart International Competition in Belgien, 2013 und 2015 wurde er der Förderpreisträger für Musik der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Omer Klein (p), Haggai Cohen-Milo (b), Amir Bresler (dr)

www.omerklein.com

Palmengarten | Do., 30.8.2018 | 19.30 Uhr | 12,–/6,– €/frei (JIF)

 

Anke Helfrich Trio feat. Angelika Niescier

Do., 16. August 2018
19:30

In Namibia und Deutschland aufgewachsen, zählt die Weinheimerin Anke Helfrich zweifelsohne zu den herausragenden Jazzmusikerinnen in Europa. Nach ihrem Studium in den Niederlanden ging sie dank eines Stipendiums nach New York. Von dort zurückgekehrt und mit einem ebenso satten wie sanften Sound ausgestattet, gelingt der Pianistin mühelos der Spagat zwischen handwerklicher Finesse und sinnlichem Erlebnis. Inzwischen hat sie vier Alben unter ihrem Namen veröffentlicht und tourt regelmäßig mit ihren Bands im In- und Ausland.

Eine Begegnung der besonderen Art ist ihr Zusammentreffen mit Angelika Niescier, „einer der aufregendsten Stimmen im deutschen Jazz“ (arte). Die Saxofonistin gehört zu jenen außergewöhnlichen Frauen, die schon seit einiger Zeit der europäischen Jazzszene neue Konturen verleihen. Sie ist eine zielstrebige Künstlerin mit unbändiger Energie, reichhaltiger Tonpalette und virtuoser Technik, die auch vielfältig komponiert für Film, Theater, Bigband, Ballett und Sinfonieorchester. Beide Musikerinnen wurden vielfach ausgezeichnet, z.B. im Jahr 2017 Angelika Niescier mit dem renommierten Albert-Mangelsdorff-Preis und Anke Helfrich mit dem Hessischen Jazzpreis.

Anke Helfrich (p, harmonium), Dietmar Fuhr (b), Jens Düppe (dr), special guest: Angelika Niescier (sax)

www.anke-helfrich.de

www.angelika-niescier.de

Palmengarten | Do., 16.8.2018 | 19.30 Uhr | 12,–/6,– €/frei (JIF)

 

 

Max Clouth Clan feat. Varijashree Venugopal

Do., 2. August 2018
19:30

„Kamaloka“ heißt das neue Album von Max Clouth und seinem Clan. Es nimmt uns mit auf einen Roadtrip, gibt uns die Musik für einen gedanklichen Episodenfilm, gedreht auf der Strecke zwischen Deutschland und Indien.

„Kamaloka“, ein Begriff aus dem Sanskrit, stammt aus der altindischen Kultur, heißt wörtlich übersetzt etwa „Ort der Begierde“ und er steht dafür, sich an diesem Ort vom Materiellen zu lösen. Warum sollten wir uns in nur einer Welt bewegen, wenn wir in so vielen zuhause sein können? Die Welt als Zuhause, die Welt in uns, in stetigem Fluss.

Die permanente Neuorientierung der Musik Clouths zieht in Klangwelten hinein, die von hier nach dort reichen. Aber wo ist hier? Frankfurt? Und wo ist dort? Mumbai? Indische Rockklänge auf Frankfurter Jazzbasis – zahlreiche Musikstile finden sich im Jazz des Max Clouth Clan wieder. In seiner Vielfältigkeit gibt der Clan jedem Song einen Seelenanteil eines bekannten Musikstils und haucht ihm neues Leben ein. Und was bleibt? Das Bewusstsein, welch wilden Melodienfluss das Leben beschreibt. Wenn wir als Zuhörer mit dem Clan im Fluss innehalten und verweilen, dann nur hier: in der Neugier auf das Neue, das durch uns fließen will.

Max Clouth (g), Andrey Shabashev (p, key), Markus Wach (b), Martin Standke (dr), special guest: Varijashree Venugopal (voc)

www.maxclouth.com

www.varijashree.com

Palmengarten | Do., 2.8.2018 | 19.30 Uhr | 12,–/6,– €/frei (JIF)

 

Reut Regev’s R*Time

Do., 26. Juli 2018
19:30

Im exotischen Niemandsland zwischen Avant-Jazz, Blues-Rock, Funk, Reggae und Dub entfalten sich mit treibender Intensität die Songs von Reut Regevs Band R*Time. Eine ruhelose Ästhetik, kaleidoskopartige Strudel mit psychedelischer Intensität lassen einen imaginären Soundtrack zwischen Film Noir und Roadmovie entstehen.

Reut Regev wuchs in Israel auf, lernte Klavier, wechselte später zur Posaune. 1998 zog sie nach New York, wo sie nach ersten Engagements in der jiddischen Musikszene schnell in die Avantgardeszene wechselte. Sie spielte mit Anthony Braxton und Butch Morris, stand aber auch mit Frank Londons Klezmer Brass Allstars, den Rock-Rebellen von Firewater und Hazmat Modine auf der Bühne. Ihr scharfer, kantiger Ton zeichnet die Schnittlinie zwischen Jazz Avantgarde, Alternative Rock, Funk und Klezmer.

R*time ist ihre Band mit Ehemann und Drummer Igal Foni. Mit Jean-Paul Bourelly hat sie einen berühmten Freefunk-Veteranen in der Band, dessen gitarristische „Street Credibility“ auch im Berliner Lebensmittelpunkt unverstellt geblieben ist.

„Regev vereint die Ausdruckskraft der Avantgarde und die technische Präzision des Bop mit der Weitsichtigkeit einer Musikerin auf der Höhe ihrer Zeit…“ Troy Collins, All About Jazz

Reut Regev (tb), Jean-Paul Bourelly (g, voc), Mark Peterson (b), Igal Foni (dr)

www.reutregev.com

Palmengarten | Do., 26.7.2018 | 19.30 Uhr | 12,–/6,– €/frei (JIF)

 

European Blue Note Quartet feat. Izabella Effenberg

Do., 12. Juli 2018
19:30

Wie kein anderer zeitgenössischer Jazzmusiker spielt der große polnische Pianist Vladyslav „Adzik“ Sendecki den Jazz vom Blues zur postmodernen Improvisation, findet den Weg zurück zu klassischen Formen und überwindet damit die künstliche Grenze zwischen klassischer Musik und Jazz. Wie kein anderer zeitgenössischer Jazzmusiker spielt der große polnische Pianist Vladyslav „Adzik“ Sendecki den Jazz vom Blues zur postmodernen Improvisation, findet den Weg zurück zu klassischen Formen und überwindet damit die künstliche Grenze zwischen klassischer Musik und Jazz.

Er erweist sich als ein Meister der Emotion, der Virtuosität, der ergreifenden Harmonien und der packenden Rhythmik. Das Quartett entstand zum Jubiläum des Clubs Blue Note in Poznan (Polen). Das Konzert wurde auf einem Live-Album verewigt und enthusiastisch aufgenommen.

Izabella Effenberg ist hier Gast von Sendeckis europäischem Quartett. Sie ist eine der wenigen Jazz-Vibrafonistinnen in Europa und die erste aus Polen; mit der Array Mbira spielt sie ein weiteres, seltenes Instrument. Sie schafft Stimmungen und Sounds mit musikalischen Miniaturen als Grundlagen ihrer Improvisation, lässt ihre musikalischen Wurzeln in Jazz, europäischer Klassik und zeitgenössischer Musik klar erkennen und verfügt über einen einzigartigen Sound.

Andrzej Olejniczak (sax), Vladyslav Sendecki (p, rhodes, electronics), Robert Landfermann (b), Mark Mondesir (dr), special guest: Izabella Effenberg (vib, array mbira)

vladyslavsendecki.de

izabellaeffenberg.com

Palmengarten | Do., 12.7.2018 | 19.30 Uhr | 12,–/6,– €/frei (JIF)

 

Ensemble Modern & Fossile3 feat. Lotte Anker

Do., 5. Juli 2018
19:30

Das Ensemble Modern, 1980 gegründet und seit 1985 in Frankfurt am Main beheimatet, ist eines der weltweit führenden Ensembles für Neue Musik. Derzeit vereint es 18 Solisten aus neun Ländern. Das Ensemble ist bekannt für seine einzigartige Arbeits- und Organisationsweise ohne künstlerischen Leiter und die unverwechselbare programmatische Bandbreite, die Musiktheater, Tanz- und Videoprojekte, Kammermusik, Ensemble- und Orchesterkonzerte umfasst. Regelmäßig tritt es in etwa 100 Konzerten weltweit bei renommierten Festivals und an herausragenden Spielstätten auf und erarbeitet etwa 70 Werke neu, davon 20 Uraufführungen.

Dieses Konzert bewegt sich an der Schnittstelle von Neuer Musik und experimentellem, zeitgenössischem Jazz, es verbindet Musiker des weltweit renommierten Ensemble Modern, das Trio Fossile3 und die Saxofonistin Lotte Anker. Gemeinsam suchen die Musiker vor dem Hintergrund ihrer individuellen musikalischen Erfahrungen nach neuen Wegen zwischen improvisierter und notierter Musik.

Der Bassist und Komponist Sebastian Gramss, Bassklarinettist Rudi Mahall (SWR-Jazzpreis 2011) und der niederländische Schlagzeuger Etienne Nillesen spielen seit Jahren in verschiedenen Formationen zusammen. Bei Fossile3 nehmen sie sich der altehrwürdigen Jazztradition an und transportieren sie ins Hier und Jetzt.

Nach dem Studium in Stuttgart, Amsterdam und Köln arbeitete Sebastian Gramss in den vergangenen Dekaden mit Klang-Rebellen wie Fred Frith und Elliot Sharp sowie Freejazz-Pionier Peter Brötzmann, schrieb Musik für Pina Bausch, Hans Kresnik. Sein außergewöhnlichstes Projekt ist sicher das aus 50 Bassisten bestehende Orchester „Bassmasse“. Als Kontrabassist wurde er 2013 mit dem Echo Jazz ausgezeichnet.

Als Gast ist die dänische Saxofonistin und Komponistin Lotte Anker mit von der Partie, u.a. bekannt durch ihre langjährige Zusammenarbeit mit Marilyn Mazur sowie ihr Trio mit Craig Taborn und Gerald Cleaver. Sie ist etabliert in der europäischen und amerikanischen Avantgarde- und Free-Jazz-Szene sowie der improvisierten und der Neuen Musik. Sie lehrt am Musikkonservatorium in Kopenhagen.

Gefördert von :

Ensemble Modern: Jaan Bossier (cl), Johannes Schwarz (bassoon), Valentin Garvie (tp),  Sava Stoianov (tp), Jagdish Mistry (v), Eva Böcker (violoncello)

Fossile3: Rudi Mahall (bcl), Sebastian Gramss (b), Etienne Nillesen (dr)

Gast: guest: Lotte Anker (s)

www.ensemble-modern.com,
www.sebastiangramss.de ,
www.lotteanker.com

Palmengarten | Do., 5.7.2018 | 19.30 Uhr | 12,–/6,– €/frei (JIF)

 

Quartetto Trionfale

Do., 21. Juni 2018
19:30

Günter „Baby“ Sommer ist ein Gigant im deutschen Jazz. Mit seiner deutsch-italienischen Band Quartetto Trionfale debütierte er bereits vor 35 Jahren im Rahmen der Jazzwerkstatt Peitz – einem Spreewaldstädtchen, das zu DDR-Zeiten auch international als Mekka für zeitgenössischen Jazz galt. Seitdem dabei sind Gianluigi Trovesi und Manfred Schoof, dessen Trompetenton immer noch klar und kraftvoll jeden Raum füllt.

Schoofs Vorliebe für fiebrige Linien und seine außergewöhnlichen improvisatorischen und gestalterischen Kräfte bilden zusammen mit dem wunderbar auf Klarinette und Saxofon fabulierenden Gianluigi Trovesi eine „Frontline“ mit beinahe magischer Sensibilität im Zusammenspiel. Fließend sind die Übergänge zwischen unisono gespielten Linien, instrumentalen Dialogen und improvisatorischen Ausbrüchen in einer wohldurchdachten Musik.

Der italienische Bassist Antonio Borghini ist weit mehr als ein zuverlässiger Begleiter, der seine Aufgaben im Feld der Melodiker souverän erfüllt und mit wohlklingendem Bogenspiel die emotionale Kraft der getragenen Stücke unterstützt. Da ist kein gewöhnliches Zupfen und Streichen – es grummelt, zwitschert, schnattert, klöpfelt und blubbert – und es fügt sich etwas Großes nahtlos in den Gesamtsound der Band.

 

Gianlugi Trovesi (as, acl), Manfred Schoof (tp), Antonio Borghini (b), Günter Sommer (dr, perc)

www.babysommer.com

Palmengarten | Do., 21.6.2018 | 19.30 Uhr | 12,–/6,– /frei (JIF)